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30.000 km mit dem Rad gependelt

Seit Februar 2020 pendele ich mit meinem Winora Yucatan E-Bike (aka Pedelec) von Langenberg zu meinem Arbeitsplatz in Essen. Diese Woche hat der km-Zähler die 30.000 km-Grenze überschritten.

Rd. 18,5 km lege ich in 45 Minuten („Tür zu Tür“) zurück. Meine Frau absolviert die 20 km zum Uniklinikum Essen mit dem Rad in einer knappen Stunde. Die Energie für die E-Bikes liefert seit Mitte 2023 das Balkonkraftwerk, seit Anfang des Jahres eine richtige Solaranlage.

Ich fahre „autonah“ und kürzer über die Wuppertaler Straße, meine Frau nimmt die landschaftlich schönere Route über die Heisinger Ruhraue (ein Natura2000-Gebiet) und die Grugatrasse.

Die Strecke von Langenberg nach Essen ist weitgehend „autofrei“. Nach der Abfahrt ins Tal geht es nach kurzer autogerechter Durchfahrt von Bonsfeld nach Nierenhof auf den autofreien Deilbachradweg entlang der renaturierten Deilbachaue des Ruhrverbandes. Es schließt sich eine Fahrradstraße auf Essener Stadtgebiet an, die in das Kupferdreher Gewerbegebiet mündet. Entlang Fleischfabrik und Betonwerk gilt weitestgehend Tempo 30. Anschließend führt ein gemeinsamer Geh-/Radweg bis zum Kupferdreher S-Bahnhof, über die Kampmannbrücke und die Wuppertaler Straße bis zur „zornigen Ameise“. Hier nimmt meine Frau die Grugatrasse und ich die Fahrradstraße im Siepental. Über die Moltkestraße (weitgehend Tempo 30) komme ich beim Regionalverband Ruhr an.

Überraschungen gibt es hier nicht. Die Fahrtzeit variiert zwischen 40 und 50 Minuten. Im Gegensatz zur Straße, sind die Radwege immer frei. In der Spitze habe ich auf der Wuppertaler Straße 600 stehende Kraftfahrzeuge „überholt“.

Die RE49 oder die S-Bahn S9 wären zeitlich eine Alternative, wenn sie denn fahren würde, pünktlich fahren würde und die Fahrradmitnahme nicht so teuer wäre (3,15 € je Fahrt). Das Durchstrampeln auf dem Rad ist nicht nur wirtschaftlich sondern auch sportlich daher alternativlos.

Zahlreiche andere Pendler*innen kommen mir täglich in Richtung Langenberg entgegen. Nach Jahren gibt es schon mal ein kurzes Nicken oder ein „Moin“. Die morgendlichen Hundebesitzer*innen sind da kommunikativer. Man nimmt auf sich Rücksicht, weicht aus, reduziert die Geschwindigkeit, bedankt sich gegenseitig.

Nicht alle haben die Möglichkeit, so zur Arbeit zu fahren. Handwerker brauchen ihr Werkzeug und Material. Über weite Strecken (> 25 km) oder nicht vorhandene Radtrassen Pendelnde haben keine Alternative. Ich habe aber – denke ich – schon so manche/n Autofahrer*in überholt, die mit dem Fahrrad schneller, gesünder und wirtschaftlicher unterwegs gewesen wäre.

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